Wie lässt sich Kalamitätsholz über Jahre hinweg lagern, ohne dass es an Qualität verliert? Dieser Frage ging ein fünfjähriger Langzeitversuch im Arnsberger Wald nach. Doch liefert der Versuch spannende Ergebnissen für die Praxis?

Wenn der Borkenkäfer kommt, muss schnell reagiert werden

Nach Orkantief Friederike 2018 und den darauffolgenden Käferjahren war der Holzmarkt plötzlich überfüllt. Große Mengen Fichtenholz mussten zwischengelagert werden und zwar möglichst ohne noch mehr Qualitätsverluste. In solchen Fällen kommen spezielle Konservierungsverfahren zum Einsatz. Eines davon ist die sogenannte Folienlagerung.

Langzeitversuch – fünf  lange Jahre

Im Sommer 2019 startete Wald und Holz NRW gemeinsam mit dem Sägewerk Egger ein groß angelegtes Praxisprojekt. Zehn Holzpolter mit jeweils rund 300 m³ Fichtenrundholz wurden luftdicht in Spezialfolie eingeschlagen. Ziel war es, den Sauerstoffgehalt zu senken und einen Pilzbefall zu verhindern. Im 14-tägigen Rhythmus kontrollierten Fachleute Sauerstoff- und CO₂-Werte, Dichtigkeit sowie äußere Schäden. Bereits nach wenigen Wochen war in den Poltern kaum noch Sauerstoff nachweisbar – Was als ein wichtiger Hinweis auf eine funktionierende Lagerung gilt.

Dichtigkeit ist entscheidend

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Nur dicht verschlossene Lager schützen das Holz langfristig. Undichtigkeiten, etwa durch Mäusefraß, herabfallende Äste oder Wind, führen zu erhöhter Sauerstoffzufuhr – und damit zu idealen Bedingungen für Pilze. Entscheidend ist daher eine regelmäßige Kontrolle und sofortige Reparatur beschädigter Folien.

Qualität auch nach fünf Jahren überzeugend

Alle sechs Monate öffneten die Projektbeteiligten ein Lager und nahmen vor Ort Probeeinschnitte vor. Zusätzlich wurden Schnitte im Sägewerk Egger untersucht. Das Ergebnis: Holz aus dauerhaft dichten Folienlagern zeigte eine stabile Qualität. Der Versuch beweist: Mit einer gut durchgeführten Folienlagerung lässt sich Kalamitätsholz über Jahre hinweg sicher konservieren. Das Holz bleibt für den Einsatz im Bauholzbereich geeignet. Die Erkenntnisse aus dem Projekt fließen nun in die Weiterentwicklung des Praxisleitfadens „Holzkonservierung im Folienlager“ von Wald und Holz NRW ein.