Holzbau rückt in den Fokus

Am 14. Juli 2021 antwortete das Referat für Stadtentwicklung, Planen und Bauen auf den Antrag der CSU-Fraktion und Bündnis 90/Die Grünen: Künftig soll bei städtischen Neubauten geprüft werden, ob Holz die Anforderungen besser erfüllen kann als Massivbau. Dabei steht nicht nur die Bauweise im Mittelpunkt, sondern auch der Klimaschutz über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.

Vorteile des Holzbaus

Bauen mit Holz bringt zahlreiche Vorteile. Denn Holz ermöglicht vorgefertigtes Bauen, unabhängig vom Wetter und mit hoher Präzision. So entstehen kurze Bauzeiten, schnelle Abläufe und weniger Stillstand auf der Baustelle. Auch die Belastung für Anwohner sinkt: Weniger Lärm, weniger Staub, weniger Emissionen. Gleichzeitig profitieren Bauherren von effizienteren Prozessen und geringeren Wartezeiten.

Brandschutz ist kein Hindernis mehr

Lange galt fehlender Brandschutz als Gegenargument. Doch diese Kritik ist überholt. Mit der Novelle der Bayerischen Bauordnung (Februar 2021) ist Holz inzwischen bis Gebäudeklasse 5 und einer Höhe von 22 Metern zugelassen. Das bedeutet: Holz ist rechtlich abgesichert und sicher einsetzbar – auch für größere öffentliche Gebäude.

Klimafreundlich und regional

Holz speichert CO₂, anstatt es freizusetzen. Es wächst mit Sonnenenergie und benötigt in der Verarbeitung deutlich weniger Energie als Ziegel, Zement oder Stahl. So wird jedes Bauprojekt automatisch zum Beitrag für den Klimaschutz. Zudem steht genügend Material zur Verfügung. Die regionale Forstwirtschaft produziert jährlich rund 20.000 Festmeter Rundholz, aus denen ca. 10.000 m³ Schnittholz entstehen. Für ein Einfamilienhaus braucht man etwa 40 m³. Das zeigt: Das Potenzial ist groß.

Beispiele aus Bayern

Schon heute gibt es viele Best-Practice-Beispiele in Bayern. Dazu zählen:

  • das Finanzamt in Garmisch-Partenkirchen

  • die Typografica in Friedberg

  • die Apostelin Junia Kirche mit Gemeindezentrum in Augsburg

  • das Bürogebäude FGS in Augsburg

  • das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Fürstenfeldbruck

  • das Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf

Alle diese Projekte zeigen: Holzbau ist modern, architektonisch anspruchsvoll und klimafreundlich.

Ein Katalog für die Zukunft

Für städtische Neubauten soll ein Kriterienkatalog entstehen. Darin werden technische, wirtschaftliche, ökologische und energiebezogene Faktoren erfasst. So kann Holzbau künftig systematisch geprüft und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Holz ist die Zukunft im urbanen Bauen

Dem Klimaschutz in Kombination mit einer nachhaltigen Planung und kurzen Bauzeiten gerecht zu werden ist für jede Stadt eine großen Herausforderung. Doch der  Holzbau bietet Antworten auf all diese Fragen. Durch regionale Materialien, moderne Bauweisen und ökologische Vorteile wird Holz auch im städtischen Bereich zur zukunftsfähigen Alternative.