Im Bauwesen rückt die Reduktion von CO₂-Emissionen immer stärker in den Fokus. Deshalb beschäftigen sich Forschende der Empa in der Schweiz mit neuen Ansätzen für Beton, der CO₂ neutral oder sogar CO₂ negativ wirkt.

Am Concrete & Asphalt Lab wird Pflanzenkohle als Zuschlagstoff im Beton untersucht. Dabei ersetzen vorverarbeitete Kohlepellets einen Teil der herkömmlichen Gesteinskörnung und binden dauerhaft Kohlenstoff im Baustoff.

Pflanzenkohle entsteht aus biogenen Reststoffen und speichert CO₂ über sehr lange Zeiträume. Somit kann Beton nicht nur Emissionen verursachen, sondern aktiv zur CO₂-Speicherung beitragen.

Damit der Baustoff auch praktisch einsetzbar bleibt, wird die Pflanzenkohle zu Pellets verarbeitet. Dadurch lassen sich Verarbeitung, Festigkeit und Dauerhaftigkeit gezielt steuern und mit bestehenden Betonrezepturen kombinieren.

KLARK als CO₂-neutraler Beton aus der Schweiz

Mit KLARK steht in der Schweiz bereits ein CO₂-neutraler Beton zur Verfügung. Die Entwicklung zeigt, dass sich CO₂-Speicherung und industrielle Baupraxis miteinander verbinden lassen.

KLARK speichert CO₂ dauerhaft im Material und leistet damit einen messbaren Beitrag zur Reduktion des CO₂-Fußabdrucks von Bauwerken. Gleichzeitig bleibt Beton als vielseitiger Baustoff weiterhin nutzbar.

Die eingesetzte Technologie gehört zu den wenigen Lösungen, die bereits heute CO₂ binden und langfristig speichern. Dadurch wird ein neuer Ansatz für nachhaltiges Bauen im mineralischen Bereich geschaffen.

Relevanz für Planung und Baupraxis

CO₂-neutraler Beton erweitert die Möglichkeiten im nachhaltigen Bauen deutlich. Besonders in Kombination mit Holzbau und hybriden Konstruktionen entstehen neue Spielräume für klimabewusste Gebäude.

Für Planer, Bauunternehmen und ausführende Betriebe wird die Materialwahl immer wichtiger. Deshalb gewinnen innovative Baustoffe zunehmend an Bedeutung für zukünftige Bauprojekte.

Forschung und Pflanzenkohle

Die Forschung rund um Pflanzenkohle im Beton zeigt, dass auch im klassischen Baustoff Beton großes Entwicklungspotenzial steckt. Und während Holz längst als CO₂-Speicher etabliert ist, ergänzt CO₂-neutraler Beton diesen Ansatz sinnvoll.

Wer sich frühzeitig mit neuen Materialien beschäftigt, kann nachhaltige Bauweisen gezielt weiterentwickeln. Somit wird CO₂-neutrales Bauen Schritt für Schritt praxistauglich.