Die Nachfrage im Handwerk bleibt hoch und viele Betriebe haben volle Auftragsbücher. Gleichzeitig wird es für viele Unternehmen immer schwieriger, offene Stellen zu besetzen und Projekte ohne Verzögerungen abzuarbeiten.

Der aktuelle „Preisatlas Handwerk 2026“ von OneQrew zeigt deutlich, wie stark sich der Fachkräftemangel inzwischen auf den Arbeitsalltag und die Preisgestaltung im Handwerk auswirkt.

Der Preisatlas ist eine jährliche Branchenanalyse, für die Handwerksbetriebe aus unterschiedlichen Gewerken zu Themen wie Stundensätzen, Auslastung und Fachkräftesituation befragt werden. Die Ergebnisse sollen Unternehmen dabei helfen, die eigene Preisgestaltung besser einzuordnen und Entwicklungen im Handwerk realistischer einzuschätzen.

Für die aktuelle Ausgabe wurden insgesamt 575 Handwerksbetriebe aus verschiedenen Gewerken befragt.

Viele Betriebe arbeiten am Limit

Laut Studie bewerten 73 Prozent der Betriebe ihre Auftragslage als gut oder sehr gut. Freie Kapazitäten bleiben dagegen selten.

Auch die Stundensätze steigen weiter an. Besonders bei Meister- und Technikerleistungen zeigt sich, dass viele Betriebe ihre Preise an steigende Kosten und den hohen Arbeitsaufwand anpassen müssen.

Gerade größere Betriebe verlangen dabei häufig höhere Stundensätze. Gleichzeitig steigt aber auch der organisatorische Aufwand im Alltag.

Denn wenn Aufträge, Termine, Änderungen und Baustellen parallel laufen, kostet jeder unnötige Zwischenschritt Zeit.

Fachkräftemangel belastet den Alltag

Der Fachkräftemangel bleibt eines der größten Probleme im Handwerk. Viele Betriebe suchen weiterhin Mitarbeitende und können offene Stellen oft nur schwer besetzen.

Das macht sich im Alltag schnell bemerkbar:
Aufträge verschieben sich, Rückfragen bleiben länger offen und manche Projekte können nicht sofort angenommen werden.

Gerade im Holzbau wird deshalb immer deutlicher, wie wichtig saubere Abläufe zwischen Büro, Arbeitsvorbereitung, Planung und Maschine geworden sind.

Denn wenn Personal fehlt, müssen vorhandene Kapazitäten möglichst effizient genutzt werden.

Digitale Prozesse sparen Zeit

Viele Betriebe setzen deshalb verstärkt auf digitale Unterstützung im Alltag.

Besonders im Holzbau zeigt sich immer wieder, wie wichtig ein sauberer Informationsfluss zwischen Konstruktion, Abbund und Fertigung ist. Wenn Daten mehrfach eingegeben werden müssen oder Informationen fehlen, entsteht schnell zusätzlicher Aufwand.

Digitale Prozesse helfen dabei, Änderungen schneller umzusetzen, Fehler zu vermeiden und Informationen direkt an der richtigen Stelle verfügbar zu machen.

Gerade bei hoher Auslastung kann das im Alltag einen großen Unterschied machen.

Große Unterschiede zwischen den Regionen

Der Preisatlas zeigt außerdem deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Regionen.

Während Betriebe in wirtschaftsstarken Ballungsräumen deutlich höhere Stundensätze verlangen können, liegen die Preise in anderen Regionen spürbar niedriger.

Solche Vergleichswerte helfen vielen Betrieben dabei, die eigene Preisgestaltung besser einzuordnen und die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens realistischer zu bewerten.