Deutschlands Wälder stehen weiterhin vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig gibt es erstmals seit Jahren auch positive Signale. Der aktuelle Waldzustandsbericht zeigt, dass die Folgen der extremen Trockenjahre noch immer sichtbar sind, der Waldumbau vielerorts aber Wirkung zeigt.

Für den Holzbau ist das eine wichtige Entwicklung. Denn die Zukunft des Baustoffs Holz beginnt lange vor der Baustelle – nämlich im Wald.

Die Folgen der Trockenjahre sind weiterhin sichtbar

Die Jahre 2018 bis 2020 haben tiefe Spuren in den deutschen Wäldern hinterlassen. Auch 2025 konnte der Vitalitätszustand vieler Bestände das Niveau vor den Dürrejahren noch nicht wieder erreichen.

Nur 21 Prozent der untersuchten Bäume weisen keine Kronenverlichtung auf. Gleichzeitig zeigen 35 Prozent der Bäume deutliche Schäden. Damit bleibt der Zustand vieler Wälder weiterhin angespannt.

Besonders ältere Bäume sind betroffen. Bei Waldbeständen über 60 Jahren liegt der Anteil deutlich geschädigter Bäume bei 44 Prozent. Bei jüngeren Bäumen liegt dieser Wert dagegen bei 17 Prozent.

Nicht jede Baumart entwickelt sich gleich

Ein genauer Blick auf die wichtigsten Baumarten zeigt deutliche Unterschiede.

Bei der Fichte gab es leichte Verbesserungen. Die mittlere Kronenverlichtung sank von 27,2 auf 25,2 Prozent. Gleichzeitig ging die Absterberate deutlich zurück.

Anders sieht es bei der Kiefer aus. Hier verschlechterte sich der Kronenzustand erneut. Der Anteil deutlich geschädigter Kiefern stieg von 24 auf 31 Prozent.

Die Buche zeigt dagegen eine leichte Erholung. Die mittlere Kronenverlichtung sank von 28,5 auf 25,6 Prozent.

Besonders kritisch bleibt die Situation bei der Eiche. Sie weist weiterhin die höchsten Schadwerte aller Hauptbaumarten auf. Mehr als jede zweite Eiche gilt als deutlich geschädigt.

Waldumbau zeigt erste Erfolge

Trotz der Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen.

Auf vielen ehemaligen Schadflächen wachsen inzwischen neue Bestände heran. Gleichzeitig zeigen die Waldumbauprogramme der vergangenen Jahrzehnte erste Erfolge. Ziel dieser Maßnahmen ist es, widerstandsfähigere Mischwälder zu schaffen, die besser mit Trockenheit, Hitze und Extremwetter umgehen können.

Dieser Umbau benötigt Zeit. Während ein Holzbauprojekt innerhalb weniger Monate entsteht, entwickelt sich ein stabiler Wald über Jahrzehnte.

Holz bleibt ein wichtiger Klimabaustoff

Für den Holzbau bleibt Holz einer der wichtigsten Baustoffe der Zukunft.

Wälder speichern große Mengen Kohlenstoff. Dieser Kohlenstoff bleibt auch dann gebunden, wenn das Holz später in Gebäuden, Dachkonstruktionen oder anderen langlebigen Produkten eingesetzt wird.

Gleichzeitig ersetzt Holz häufig Baustoffe wie Beton oder Stahl, deren Herstellung deutlich mehr Energie benötigt. Damit leisten Waldwirtschaft und Holzbau gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Fachkräfte bleiben ein entscheidender Faktor

Eine Herausforderung betrifft nicht nur den Holzbau, sondern auch die Forstwirtschaft: den Fachkräftemangel.

Waldumbau, Pflegearbeiten, Naturschutz und nachhaltige Holznutzung lassen sich nur mit ausreichend qualifizierten Fachkräften umsetzen. Viele Betriebe und öffentliche Einrichtungen berichten jedoch bereits heute von Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen.

Dabei werden genau diese Fachkräfte benötigt, um die Wälder langfristig fit für die Zukunft zu machen.

Was bedeutet das für den Holzbau?

Der Waldzustandsbericht zeigt deutlich, wie eng Waldwirtschaft und Holzbau miteinander verbunden sind.

Gesunde und klimaresiliente Wälder sichern langfristig die Versorgung mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Gleichzeitig wird deutlich, dass nachhaltiges Bauen und nachhaltige Waldbewirtschaftung zusammengehören.

Die gute Nachricht: Die Absterberate der Bäume ist deutlich gesunken und der Waldumbau zeigt erste Erfolge. Die Herausforderungen bleiben groß, doch viele Entwicklungen gehen in die richtige Richtung.

Fazit

Die deutschen Wälder haben sich von den Trockenjahren noch nicht vollständig erholt. Dennoch zeigen die aktuellen Zahlen, dass sich Investitionen in Waldumbau und nachhaltige Bewirtschaftung auszahlen können.

Für Zimmerer und Holzbaubetriebe ist das eine wichtige Botschaft. Denn die Zukunft des Holzbaus entscheidet sich nicht erst im Abbund oder auf der Baustelle, sie beginnt bereits im Wald.